Coda – inklusives Hollywood
Es gibt Stimmen die sagen, Hollywood produziere Filme über Menschen außerhalb des „normalen“ Spektrums vor Allem, um diese sichtbarer zu machen. Warum aber stellen sie dann bitte nie die Realität dar? Im Film Coda (bedeutet child of deaf adults, also Kind von Gehörlosen) geht es um eine Story, die nur mit Gehörlosen funktioniert. Hörendes Kind interessiert sich für Musik, ist allerdings für die Familie als Dolmetscher zu wichtig, um dieser Passion nachgehen zu dürfen. Klappt am Ende doch Alles, Kind glücklich, Familie glücklich. 3 gewonnene Oscars 2022, inklusive bester Nebendarsteller, erstmals als gehörloser Schauspieler. Und dann Jahre später Ruhe. Kein Mensch spricht mehr über diesen Film. Coda gibt es schlecht zu streamen, oder zu kaufen. Hollywood Disables Washing? Im Alltag habe ich absolut keinen Kontakt zur Deaf-Community. Versteckt sie sich vor mir, oder ich mich vor ihnen? Bei „The Whale“ wird ein stark adipöser Mann, gespielt von einem mittelmäßig adipösen Schauspieler Brendan Fraser am Ende seines verkürzten Lebens nochmal von seiner Tochter im Molloch besucht, um sich mit ihr auszusöhnen. Wie realistisch? Dafür gab‘s 2023 den Oscar für den besten Hauptdarsteller. Mein Kontakt im Alltag zu stark übergewichtigen Menschen seitdem, null. In wirklich jedem Film mit Darstellern mit Down Syndrom geht es um so einen Volltrottel, der erst mit Hilfe eines „besonderen Menschen“ sein Leben wieder besser auf die Kette bekommt. „Rain Man“ hundertmal gesehen, das Syndrom kann man den Darstellern nicht aus dem Gesicht schreiben, jedoch Charakterentwicklung dieser Figuren, nada. Nervt mich das? Aber mal so richtig! Ist es ein Symbol des Umgangs mit vom Standard abweichenden Themen? Auch! Gehörlose, Adipöse, Meschen mit Einschränkungen werden gesellschaftlich nicht mitgedacht. Alles was anders als normal ist, was einen selber nicht betrifft, ist dem Großteil der sich unverzichtbar wichtig fühlenden produktiven Gesellschaft schlichtweg egal. Nicht umsonst, sind diese fragilen Bereiche die Ersten, die bei Reformen einem Sparstift zum Opfer fallen. Hilft dann ein Hollywood-Film darüber, Nähe zum Thema zu schaffen? Aus meinem Alltag würde ich sagen, nein. Bei Marvel, dem finanziell erogreichsten Filmfranchise, sitzt Professor Charles X(avier) nach einem Unfall im Rollstuhl, Daredevil ist blind und Echo taub. Echo wer?
