Adolescence – Autsch
Über die britische Miniserie „Adolescence“ gibt es nicht viel zu sagen. Einfach weil sie für mich die emotional aufwühlendste Seherfahrung bislang hier im Filmblog war. Liegt das an den großartigen Schauspielern, allen voran Stephen Graham als Vater, oder den vermeintlich ohne Schnitte auskommende Episoden, die das ganze Geschehen noch authentischer und nachvollziehbarer machen, oder aber an dem durchgehend starken Drehbuch? Es ist wohl eine Kombi aus Allem. In der ersten Folge war ich angespannt, in der Zweiten betroffen. In der Dritten angewidert und in der letzten Folge ergriffen. Man konnte alle Phasen einer Traumabewältigung hautnah miterleben. Musikalisch untermalt von Stings „Fragile“-Cover oder „Through the eyes of a child“ liefen Tränen. Auch verständlich warum Großbritanniens Bildungsministerium die Serie als Inhalt für den Schulunterricht nutzen möchte, um Themen wie toxische Männlichkeit, Umgang mit sozialen Medien und Mobbing aufzuarbeiten. Und wer meint, ihm könnte das bei seinen Kindern keinesfalls passieren, der hat die Intention der Serie nicht verstanden.
